Let’s speak English

Ich spreche Englisch, sagen wir mal so mittel. Ich verstehe mehr, als ich selbst aktiv beisteuern kann, aber das ist ja beim Fremdsprachengebrauch immer so. Wenn ich daran denke, wieviele Engländer so Deutsch sprechen können wie ich Englisch, gebrauche ich mein Englisch relativ ungeniert, aber lassen wir das. Bei einem Gespräch muss ich mich schon gut konzentrieren und kann froh sein, wenn ich die passenden Vokabeln für die Antwort parat habe. Bei der Grammatik mag ich mich gar nicht weit aus dem Fenster lehnen und bin trotzdem bisher ganz gut damit durchgekommen.

In England habe ich gelernt, dass immer gern über Hunde gesprochen wird und wenn nicht über Hunde, dann übers Wetter. „It brightens up!“ ist total wichtig oder hier in Schottland: „What a wonderful morning! It’s dry!“

Wenn ich mal nicht so alles verstehe, lächle ich unbestimmt und nicke. Wenn mein Gegenüber auf einer Antwort zu bestehen scheint, muss ich dann doch gegebenfalls nochmal nachfragen oder mir wird die Frage wiederholt. Eine ältere Dame, die ich morgens beim Spülen des Geschirrs auf einem Campingplatz traf, sagte etwas freundlich zu mir, worauf ich mit einer Bemerkung zum Wetter antwortete. Sie schaute unter sich, nahm ihre Sachen und ging. Offensichtlich war meine Strategie bei ihr nicht aufgegangen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass trotz aller Bemühungen das nicht-metrische System nur sehr verlangsamt in mein Bewusstsein eigedrungen ist. Die Meilenangaben am Navi hatte ich flugs auf Kilometer umgestellt. Dass aber auf den Verkehrsschildern für die Höchstgeschwindigkeit Meilen pro Stunde angegeben sind und keine Stundenkilometer… tja… Bis zur völligen Erfassung dieser Tatsache wunderte ich mich schon hin und wieder über 20er und 40er Zonen, in denen hemmungslos gerast wurde…

Beim Parken auf einem Platz direkt am Meer in Norfolk begegnete mir zum ersten Mal das Schild mit der Aufschrift „Overflow Parking“. Rasch assoziiert bedeutete das für mich, dass man bei einsetzender Flut wohl besser sein Auto auf einen anderen Parkplatz stellt. Dass dem nicht so sein kann, wurde mir erst auf einem Parkplatz klar, der so gar nicht von Wassermassen bedroht sein konnte.

Begegnet man beim Wandern anderen, bekommt man gerne ein Heia oder Heidä zu hören. Da war mir recht schnell klar, dass ein „Hi you“ bzw „Hi there“ gemeint sein muss. Generell fällt die sprichwörtliche Höflichkeit der Briten schon auf. Man macht sich auf einem schmalen Weg dünn, hält den eigenen Hund zurück, bedankt sich. Auch im Straßenverkehr, der sich ja viel auf dem, was wir „Wirtschaftsweg“ im Feld nennen würden, abspielt, wird mit Weitsicht gefahren und in einer der Ausweichbuchten angehalten und sich dann zugewinkt. Wenn man jemanden beim Einfädeln im Verkehr oder Auffahren auf die Autobahn einlässt, blinkt einem als Dank die Warnblinkanlage kurz entgegen. Sogar bei Fußgängern wird sich bedankt, die ein wenig auf enger Straße an die Seite gehen.

Was ich auch noch nicht kannte, war ein „Cheerio!“ als Gruß oder als Verabschiedung.

Interessant (zumindest für mich) meine Assoziation zum Wort „bespoke“, es fiel mir ein paar mal auf Werbeschildern auf. Ganz in mythischer Highland-Denke gefangen, dachte ich zunächst es handele sich um „besprochene“ Dinge, im esoterischen Sinne von verhext oder zu eigen gemacht. Tja, es heißt schlicht und ergreifend „maßgeschneidert“… (bespoke furniture). Man lernt eben nie aus.

Maybe to be continued…

Veröffentlicht von moggimobil

In den nächsten 11 Monaten möchte ich viel unterwegs sein, die meiste Zeit zusammen mit meinem Labrador. Das ist möglich geworden durch mein Sabbatjahr, das nun begonnen hat. Wer mag, kann mich über den Blog ein wenig dabei begleiten.

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