Highland Folk Museum

Für das erste Open-Air-Museum Großbritanniens wurden über 30 historische Gebäude irgendwo in Schottland ab- und hier wieder aufgebaut und entsprechend ihrer Zeit mit Sammlerstücken eingerichtet. So bekommt man einen Eindruck, wie die Menschen in den Highlands zwischen 1700 und 1950 lebten.

Cnoc nan cruach

So heißt das Haus, in dem ich hier in den Highlands ein Zimmer bezogen habe. Das bedeutet soviel wie „mitten im großen Heuhaufen“, da man früher hier das Heu für die Tiere hingelegt hat. Häuser haben in Großbritannien sehr häufig Namen, was ich irgendwie charmant finde. Der Ausblick vom Heuhaufen ist genial:

Beim Wandern halte ich mich an die Empfehlungen meiner Herbergsmutter Margaret und bleibe auf vorgegebenen Wegen, ansonsten kann man wohl recht schnell vom Kurs abkommen oder in Bog Holes landen, worauf ich gerne verzichte.

Auf dem Wildcattrail rund um Newtonmore geht es nicht nur über das Hochland, wie man es aus Filmen kennt, sondern sehr abwechslungsreich auch durch Birkenhaine, steile Flusseinkerbungen, Auenlandschaft.

Nach Norden

„North“ – so steht es manchmal aufgemalt auf den Asphalt an Roundabouts. Das finde ich faszinierend – die Himmelsrichtung im Straßenverkehr angeben, das hat was Geografisches. Trotz Navi (und ich bin ein echter Fan von Google geworden…) muss man schließlich wissen, wohin man will: North – South? East – West? Irgendeine grobe Ahnung, wo der Ort liegt, zu dem man möchte, muss man doch haben. Und ich will nach Norden.

Halt! Bevor es nach Norden geht, mache ich einen 20 km-Schlenker nach Süden. Internet hat mir gesagt, dass im Süden Edinburghs, bei Roslin, ein Sheepdog-Trial stattfinden wird. Das möchte ich gern erleben! Doch die Auskunft über den genauen Ort ist äußerst mager und so kommt, wie es kommen musste: Kein Sheepdog-Trial weit und breit. An der angegebenen „Adresse“ finde ich die Tiermedizinische Fakultät der Universität Edinburgh. Schön zu wissen, doch gottseidank brauche ich die nicht.

Glücklicherweise hat mir Debbie, mein Host hier bei Edinburgh, schon eine andere Idee eingegeben. Hier in Roslin befindet sich die Rosslyn Chapel. Aha. Na, die vom Da Vinci Code, Dan Brown. Aha! Hier jagten Tom Hanks und Audrey Tautou dem Heiligen Gral hinterher. Auch davon abgesehen, ist die Rosslyn Chapel ein lohnendes Ziel.

Innen waren keine Bilder erlaubt. Weitere Infos:

Über einen Schlenker nach Falkland (aka „Inverness“ für Insider…)

ging es jetzt wirklich nach Norden. Spätestens ab Perth wechselt die Landschaft von hügeligen landwirtschaftlichen Anbaugebieten zu gebirgigem Ambiente mit Wäldern und kargen Spitzen. Und auf einmal sind sie da: die Highlands. Leider verpasste ich den entsprechenden „Viewpoint“ Parkplatz, doch in diesem Moment spielte meine Playlist „Skyfall“ und es sah genau so aus. Das müsst ihr mir jetzt auch ohne Foto glauben…

Erste Eindrücke von meiner Umgebung.

Forth Bridge

Bevor ich morgen in die Highlands aufbreche, blieb ich heute ein bisschen am Forth, der u.a. von einer weltberühmten Eisenbahnbrücke überspannt wird. Sie gehört zum Weltkulturerbe und war einmal die erste Brücke, die vollständig aus Stahl hergestellt wurde (Eröffnung 1890). Auch optisch ist die Brücke ziemlich beeindruckend. Auf einem Bild sieht man die beiden Autobrücken, die in unmittelbarer Nähe den Mündungstrichter des Flusses überspannen.

Rund um Stirling

Mein Weg führte mich heute zuerst zu Doune Castle in der Nähe von Stirling. Die Burg diente mehrfach als Filmlocation, Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ wurden hier gedreht, Outlander (Burg Leoch) und zuletzt „Game of Thrones“ (Winterfell). Zur Zeit ist ein Teil der Burg eingerüstet, um die Mauern zu restaurieren.

Witzig ist, dass Terry Jones (Monty Python) und Sam Heughan (Outlander) den Audio-Guide besprochen haben.

Stirling Castle, mein nächster Stopp, spielte in der schottischen Geschichte eine wichtige Rolle. Es liegt wie Edinburgh Castle herausragend auf einem Felsen und war beständiger Zankapfel zwischen England und Schottland (wie eigentlich alles hier…). 1543 wurde auf Stirling Castle Maria Stuart gekrönt.

In Sichtweite steht auf einem anderen Felsen das William Wallace Monument, einer Burg nachempfunden. Das Monument habe ich mir nicht von innen angeschaut, sondern bin mit Marley darum herum gewandert.

Zum Abschluss suchten wir noch „The Pineapple“ auf, das war etwas versteckt, aber hatte viel Flair. Der Earl of Dunmore ließ es 1761 erbauen, ich vermute mal zum Angeben. Die Ananas galt damals als besonders exotische Frucht und anscheinend baute man dort im walled garden ungewöhnliches Obst an. Wie auch immer, eine sehr hübscher Ort, an dem heute angenehme spätsommerliche Atmospäre herrschte.

Edinburgh

Über Park and Ride und Tram fuhren Marley und ich nach Edinburgh hinein, super bequem und kostet hin und zurück nur 3,20 GBP. Dass Marley von der Ticketkontrolleurin mit „Hello Gorgeous!“ begrüßt wurde, ist ja mittlerweile schon Routine.

Edinburgh ist voll mit Touristen (haha), Baustellen, Verkehr und karierten Schals. Wir steuerten direkt den Treffpunkt für eine „Free Walking Tour“ auf der High Street an. In zwei Stunden bekam die Gruppe wichtige Punkte in der Altstadt gezeigt. Unser Guide war Ewan, ein junger Mann in Jeans und T-Shirt. Sehr witzig war es zu beobachten, wie die Guides von anderen Gruppen aussahen. Da gab es echt alles: Männer im Kilt (hat man gerne auch in Geschäften), im Harry-Potter-Umhang, ganz klassisch mit Schirm…

Nach der Tour schlenderten Marley und ich nur noch ein bisschen die „Royal Mile“ hinab und hinauf und suchten dann wieder die Tramstation auf. Die Dosis Stadt war für heute genug. Hier ein paar Eindrücke aus Edinburgh:

Falkirk

Neben Outlander-Drehorten gibt es natürlich auch tolle andere Dinge anzugucken. Weltweite Besonderheiten fand ich in Falkirk. Die Kelpies sind mit ca. 30 m Höhe die weltweit größten Pferdeskulpturen, jede wiegt 300 Tonnen. Eine gute Erklärung zur Bedeutung fand ich hier:

Nicht weit davon entfernt steht das Falkirk Wheel, eine ganz besondere Schiffshebeanlage, die weltweit ihresgleichen sucht. Es wurden an dieser Stelle 11 Schleusen ersetzt und ist auch für Nicht-Techniker sehr faszinierend zu beobachten.

Feuer und Stein

So heißt auf Deutsch der erste Band einer Buchreihe, die von der amerikanischen Autorin Diana Gabaldon verfasst wurde. Seit Ende der 90er Jahre habe ich Band für Band gelesen – mittlerweile verfilmt und unter „Outlander“, dem Originaltitel, weltweit bekannt geworden. Hier in Schottland kann man Drehorte der Serie anschauen, einige davon in näherer Umgebung von Edinburgh.