Traufgänge

Und wieder habe ich Premiumwanderwege getestet, diesmal auf der Schwäbischen Alb bei Albstadt. Hier ist ja schon Winter! Die Wanderwege firmieren unter dem Namen „Traufgänge“, der Wanderer ist also ein „Traufgänger“ (ha!). Ausgesucht hatte ich die Ochsenberg Tour und die Zollernburg Panorama Tour. Alles sehr schön!

Hunsrücker Traumschleifen

Für das Novembereinstiegswochenende suchten wir uns drei prämierte Wanderwege, „Traumschleifen“, im Hunsrück aus: Burgstadt-Pfad, Masdascher Burgherrenweg und Dünnbach-Pfad. Leider machte uns ausgerechnet bei „Deutschlands schönstem Wanderweg 2018“, dem Masdascher Burgherrenweg, eine Truppe Jäger einen Strich durch die Rechnung. Obwohl die Kennzeichnung der Wege, auch ggf. Umwege wegen Baumfällarbeiten o.ä. immer sensationell gut ist, fehlte hier ein Hinweis, z.B. am Parkplatz, dass der Weg am 2.11. wegen einer Treibjagd nicht komplett begehbar ist. Wir sind ja flexibel und hätten unser Programm einfach umgestellt. Aber so standen wir mit vielen anderen Wanderern nach 5 km an einem Absperrband und suchten uns dann einen anderen Weg zurück zum Auto. Das war schade. Aber sonst genossen wir den wunderbaren Herbstwald, die schöne Hunsrücker Landschaft und das gute Essen.

Und, wie war’s?

Die Britsche Insel hat als Reiseland wirklich sehr viel zu bieten und es ist toll, dass ich so viel davon sehen durfte. Großartige Landschaften und nette Menschen konnte ich kennenlernen. Unglaublich, aber wahr: Über 6800 km liegen hinter uns.

Mit der Wahl meiner Standorte bin ich nach wie vor zufrieden, ebenso mit der Länge des jeweiligen Aufenthalts. Eigentlich ist fast jede besuchte Region einen eigenen Urlaub wert und sehr vieles habe ich natürlich nicht gesehen und steht schon auf einer „Missed“ – Liste. Wahrscheinlich war nicht jeder Tag ganz optimal ausgenutzt und hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Ich fand es jedes Mal wieder spannend, in einer neuen Region anzukommen und diese auszukundschaften. Was hat mir am besten gefallen? Das ist natürlich schwierig zu beantworten, aber besonders angenehm überrascht hat mich Northumberland, das ich eigentlich nur wegen des Hadrianswalls auf der Liste hatte und weil es mir in einem Stück nach Schottland zu weit gewesen wäre. Dass die Region so vielseitig ist, habe ich vorher nicht gewusst. Auch der Firth of Forth hat mir sehr gut gefallen und die nordöstliche Strecke nach Dundee oder bis Aberdeen könnte ich mir als eine Reisestrecke für die Zukunft vorstellen.

Eine gute Entscheidung war der Jahresbeitritt zum National Trust, das hat sich wirklich gelohnt. Selbst in Stonehenge musste ich keinen Eintritt bezahlen. Außerdem hat man immer gleich lohnende Ziele in der Region zur Hand, da vom Herrenhaus bis zum Hügel unglaublich viele Orte vom National Trust betreut werden.

Fast jeder Tag brachte ein eigenes Geschenk mit sich: Am Malham Cove beispielsweise traf ich ein nettes Ehepaar aus Essex just in dem Moment, als die Fortsetzung des Weges wegen einer Mauer samt Leiter zum Drübersteigen für uns nicht machbar schien. Ohne viele Worte hob der Mann Marley darüber, sein eigener Hund bewältigte das Hindernis spielend. Auch meine Einwände, dass Marley ihn schmutzig mache und sich vielleicht noch weitere Hindernisse auftun könnten, wurden weggelächelt. Wir wanderten zusammen hinab ins Dorf, gottseidank ohne dass der nette Herr nochmal aktiv werden musste. Die Sonne am Abend, die Toilette, die dann doch noch auftaucht, die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt: Die Liste toller überraschender Momente ist lang und hält die Erinnerung an die einzelnen Stationen der Reise besonders lebendig.

Meine pflanzlichen Begleiter an fast jedem Tag: Brombeeren und Farn.

Seaford und die 7 Schwestern

Nun bin ich wieder an der Südküste angekommen und damit bei den berühmten Kreidefelsen, in diesem Fall dem Seaford Head und den Seven Sisters. Morgen ist tatsächlich unser letzter Tag auf der Insel, denn am Freitag tauchen wir unter dem Ärmelkanal durch. Und so sieht’s hier aus:

Alleine mit Hund reisen

Alleine zu reisen, hat wie die meisten Dinge im Leben Vor- und Nachteile. Ich kann Entscheidungen fällen, ohne sie diskutieren zu müssen, kann dann aber auch auf niemanden abwälzen, wenn die Entscheidung Mist war. Hirnlosigkeit kann ich leider auch nur mir selbst zuschreiben. Zum Glück war ich (bisher) in keiner Lage, die das Weiterreisen zunichte gemacht hätte, wie zum Beispiel eine Verletzung. Auch eine Autopanne hätte mich dank technischen No-hows vor größere Herausforderungen gestellt. Toi, toi, toi…

Wer bisher aufgepasst hat weiß, dass ich gar nicht alleine reise, denn ich habe ja einen Reisepartner und der macht seine Sache tierisch gut. Fröhlich marschiert er in jede neue Unterkunft und macht auch sonst einen unbeschwerten Eindruck. Mein Blog sagt im Untertitel „Unterwegs mit Hund“ und dazu möchte ich nach den Erfahrungen der letzten Wochen etwas schreiben.

Zunächst zur Ausstattung: Im moggimobil steht ein Plastikkörbchen, das unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist, ausgelegt mit dünnem Kissen und Handtuch. Davon habe ich einige dabei. Futter und Snacks hatte ich reichlich mitgenommen und ist hier ja auch an jeder Ecke zu bekommen, Wasser sowieso. Vorteilhaft ist die Fütterung mit Trockenfutter, da einfacher transportabel und geruchsneutraler. Dazu kommen zwei Halsbänder, ein Geschirr, verschiedene Leinen, Kamm, Spielzeug, Dummys. Bei letzterem hätte ich sparen können. Mit dem Dummy habe ich nur einmal geübt und das Spielzeug lag nur rum. Wichtig wäre die Ballschleuder gewesen, die ich leider zu Hause gelassen habe und die hat hier wirklich jeder! Marleys langes Gesicht sprach Bände…

Zur Tagesplanung gehört in erster Linie, wo und wieviel wir laufen. Insbesondere auf längeren Fahrtstrecken sind genug Spaziergänge wichtig. Außerdem möchte ich nicht, dass Marley zu lange alleine im Auto sitzt, wenn ich beispielsweise etwas besichtige, wo keine Hunde zugelassen sind. Hier lag die Höchstdauer bei zwei Stunden nach direktem Gassigang vorher. Bei sommerlichen Temperaturen wäre das problematisch, ist aber jetzt kein Thema. Im Vorfeld hatte ich mir außerdem Gedanken gemacht, wie ich unterwegs einen Toilettenbesuch regele und das Auto zum Hundeinladen nicht in der Nähe ist. In der Praxis hat sich das meistens als unproblematisch erwiesen, da ich vorwiegend in ländlichen Räumen unterwegs bin und Marley wird dann kurz angebunden. Das hätte ich zum Beispiel mitten in Edinburgh nicht gemacht. So wartet er brav ab, bis ich wieder da bin, der Sabber läuft schon, wenn ich zurückkomme: Jetzt gibt’s ein Leckerli zur Belohnung!

Langstreckenwanderungen mit Hund stelle ich mir hier in Großbritannien schwierig vor, da sich Hindernisse oft unvorhergesehen auftun. Das Durchqueren einer Wiese mit Kühen ist sowieso nicht so ohne, mit Hund erst recht nicht und hier steht gerne mal ein Bulle mit dabei. Da würde ich keinen Fuß auf die Wiese setzen und drehe lieber um. Wie früher schon beschrieben, kann es Abzäunungen geben, die – vielleicht nicht für alle Hunde – nicht zu überwinden sind und dann steht man auf längerer Wanderung doof da.

Eingeschränkt ist man (vor allem mit einem großen Hund, den man nicht unter den Arm klemmen kann) beim Stöbern in Geschäften. Manche Geschäfte erlauben keine Hunde, andere schon. Marley findet Shops nur mittelspaßig, da er dort nicht alles nach Herzenslust abschnuffeln darf. Ist ja letztlich auch besser für die Reisekasse…

Marley hat sich, wie zu Beginn erwartet, als sehr guter Reisehund und Begleiter erwiesen. Einen Penny für seine Gedanken, wenn er wieder vor der eigenen Haustür steht.

Stonehenge

Es gibt Orte auf der Welt, von denen existiert ein festes Bild im Kopf. Geprägt durch viele Fotos, Berichte, Geschichten. Stonehenge gehört dazu. Man kennt den Namen, ohne genau zu wissen was sich dahinter verbirgt ( ja gut, Steine…) oder wo sich dieser Ort eigentlich befindet. Ich finde es spannend, das Bild im Kopf mit der Realität abzugleichen. An diesem Dienstagmittag besteht die Realität aus einem riesigen Parkplatz vor einem großen Visitor Centre mitten in den grünen Hügeln der Grafschaft Wiltshire, etwas nördlich von Salisbury. Beim Buchen des Tickets muss man ein Zeitfenster angeben, der aber heute keine Gültigkeit hat, da sich der Besucheransturm offensichtlich in Grenzen hält. Es ist jedoch ein Hinweis darauf, was sich hier in der Hochsaison abspielen muss.

Besucherzentrum

Die Ausstellung im Visitor Centre ist vielseitig, aber nicht überladen. Die Megalithen selbst liegen und stehen noch hinter dem nächsten Hügel verborgen. Man kann laufen oder einen Shuttlebus benutzen. Und dann wird das Bild im Kopf zur Realität. Nein, ich kann nicht zwischen den Steinen umherwandeln und die Magie mit den Händen spüren. Ich wandere in großem Abstand mit allen anderen um die Anlage herum und kann dabei die Reste des umgebenden Walls erkennen. Ja, es sieht beeindruckend aus. Die wirkliche Faszination entsteht aber erst bei genauerer Beschäftigung mit dem Thema, der Region, der Entwicklung der Anlage. Da habe ich noch ein bisschen was aufzuholen und kann dann das alte Bild im Kopf aus mehr Puzzleteilen neu zusammensetzen.

Chocolate-box

Es sind diese süßen, kleinen Postkarten-Dörfer, die Besucher in die Cotswolds locken. Hier werden sie manchmal „chocolate-box villages“ genannt, was meint, dass es sehr hübsche und traditionelle Dörfer sind. Die bekanntesten sind Bibury, Burton-on-the-Water, Lower und Upper Slaughter und noch viele andere. Hübsch reihen sich die Häuser aus goldgelbem Cotswold Stone (ein Kalkstein) aneinander und die Gärten sind auch jetzt oft noch schön anzusehen. Leider spielt hier das Wetter nicht mit, aber da ich die ganze Reise über unglaubliches Glück hatte, mag ich mich jetzt nicht beschweren. Die Wanderungen fielen nun deutlich kürzer aus; die Wege sind bodenlos, das Wasser läuft von den Feldern auf die Straßen.

Auch das gab’s zu sehen: