Nach Osten

Ich habe die Seiten gewechselt. Bye bye Nordsee, hello Ostsee! Seit über einer Woche ist das Meer immer da, wo es sein soll. Von Föhr ging es Richtung Schleswig für einen Besuch von Haithabu und dann die Schlei entlang zur Geltinger Bucht. Alles sehr idyllisch hier! Die Landschaft wellt sich in sanften Hügeln mit kleinen Wäldchen, durchzogen von Hecken, eingeteilt in Felder. Es gibt Grünland, Maisland, Getreideland. Und immer wieder der Blick aufs Wasser. Quartier an der Geltinger Bucht zu beziehen hat den Vorteil, dass es nah zum Strand und zu Zielen an der Schlei ist. Wer möchte, kann verschiedene Städte wie Flensburg, Glücksburg, Schleswig, Eckernförde, Kiel im Umkreis von 60 Autominuten besuchen.

Ausflugsziele gibt es viele, zum Beispiel das Naturschutzgebiet Geltinger Birk. Wenn man Glück hat, kann man die hier angesiedelte Wildpferdeherde beobachten (hatte ich leider nicht), Galloways und natürlich viele Vogelarten und weitere Tiere. Bei glatter See ist sogar die Sichtung von Schweinswalen in der Flensburger Förde möglich, aber die Anzahl der Tiere ist dramatisch zurückgegangen.

Im Naturschutzgebiet Geltinger Birk wurde ein trockengelegtes Gebiet wieder vernässt und bietet dadurch Lebensraum für viele bedrohte Tierarten.

Bummel durch Maasholm: Wunderbare Rosen an den Fischerhäuschen,

aber auch Maritimes im Hafen:

Hygieneregeln auch für Meerjungfrauen

Und dann ging es weiter nach Osten, vorbei an Kiel, Lübeck und Wismar. Kurzer Halt am Schaalsee, scheint auch ein interessantes Revier für Wassersport, Radfahrer und Naturfreunde zu sein. Mein Ziel ist die „Kühlung“. Allein der Name verheißt für hitzegeplagte Rheinhessen das Paradies. Die Ab-kühlung erfolgt direkt bei Anreise: Es regnet Bindfäden. Doch schon am nächsten Tag scheint die Sonne wieder und zwar auf angenehme Art und Weise. Erster Eindruck: Die Region zwischen Kühlungsborn, Heiligendamm, Bad Doberan und Rostock ist sehr abwechslungsreich: Neben den vielen Stränden und Orten mit schicker „Bäderarchitektur“ laden Buchenwälder zu Wanderungen ein.

Nordseeinsel Föhr

Die letzte Woche verbrachten Marley und ich auf der nordfriesischen Insel Föhr. Um auf die Insel zu gelangen, muss man eine Überfahrt mit der Fähre ab Dagebüll buchen und nach ca. 45 Minuten kommt man in Wyk, dem Hauptort der Insel Föhr, an. Auf der Fähre selbst darf man momentan auch im Auto bleiben, wenn man möchte oder sich mit Mund-Nasen-Schutz auf dem Schiff bewegen.

In Nordfriesland wird noch friesisch gesprochen, das manifestiert sich im nordfriesischen Motto und in der Zweispachigkeit auf Verkehrsschildern.

Föhr verfügt über viele Kilometer wunderbare Sandstrände und auf den Deichen wachen die Deichgräfinnen.

Bei Ortnamen wie Wrixum, Borgsum, Utersum, Oldsum, Groß-Dunsum und Klein-Dunsum fühlt man sich ein bisschen wie bei Asterix und Obelix. Die Dörfchen mit den pittoresken reetgedeckten Friesenhäusern sind sehr schön anzusehen.

Ich unternehme eine 4-stündige Wattwanderung Richtung Sylt an das Hörnumer Tief. Hinterher fühlen sich meine Füße an wie durch den Fleischwolf gedreht. Aber es hat sich gelohnt. Das Wattenmeer ist groß und wunderbar, die Weite unglaublich wohltuend.

Föhr wird neben dem Tourismus landwirtschaftlich genutzt (Grünland, Mais, Getreide, Vieh und Pferde) und die Wege, die die Insel durchziehen, lassen sich besser zum Fahrradfahren nutzen als zum Wandern. Es gibt sogar einen kleinen Wald im Süden. Was gab es noch zu entdecken?

Godelniederung zum Gotinger Kliff

Stillleben am Strand

Föhr ist eine angenehme Mischung aus …

Tating – Hochdorfer Garten

Refugium direkt an der B 202. Wer durch Tating fährt, passiert den Hochdorfer Garten, der als das bedeutendste Gartendenkmal der bäuerlichen Gartenkultur in Schleswig-Holstein angesehen wird. Zum Beispiel gibt es hier in dieser schönen Anlage mit barockem Garten 17 historische Apfelsorten und eine Sammlung besonderer Bäume.

Das dazugehörige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, der Haubarg Hochdorf, war ursprünglich 45 m lang und 22,5 m breit, doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts musste das Gebäude verkürzt werden. Haubarge sind die größten Bauernhäuser der Welt und es soll einmal 400 davon auf Eiderstedt gegeben haben.

Sankt Peter Ording

Was ich mit Sicherheit sagen kann: Der Strand ist gigantisch!

Ist mit einem Bild nicht einzufangen – Weite

Sankt Peter Ording besteht aus verschiedenen Ortsteilen, die Zugänge zum Strand haben und da ist eigentlich für jeden etwas dabei. Auf jeden Fall kann man überall die Weite und die Meeresbrise genießen und bei Bedarf einen Strandkorb reservieren.

Westerhever Leuchtturm

Das Wahrzeichen der Halbinsel schlechthin ist der Westerhever Leuchtturm. Der ist vielen bekannt aus der Jever-Werbung, was für ein ostfriesisches Brauhaus (also Niedersachsen) eigentlich merkwürdig ist. Aber egal, er ist neben seiner wichtigen Funktion wirklich wunderschön anzusehen und ein echtes Postkartenmotiv.

Nordfriesland

Seit dem Wochenende bin ich in Schleswig-Holstein, genauer gesagt auf der Halbinsel Eiderstedt, deren Abschluss zur Nordsee das ziemlich bekannte Nordseebad Sankt Peter Ording mit seinen Sandbänken, Dünen und Salzwiesen bildet. Die Halbinsel bestand ursprünglich einmal aus zwei Inseln und einer Halbinsel. Durch Eindeichung fand hier über die Jahrhunderte Landgewinnung statt, wie ich es auch in Ostfriesland gesehen habe.

Pfähle wie dieser erinnern an Sturmfluten und die Mandränken. Kaum vorstellbar, wie das Leben ohne Deiche hier gewesen sein muss.

Zusätzlich zu den Deichen schützt ein Sperrwerk das Land vor Sturmfluten. Das Eidersperrwerk ist das größte deutsche Küstenschutzbauwerk. Zufällig konnte ich Schleuse und Klappbrücke in Aktion erleben.

Ganz in der Nähe ist ein Naturschutzgebiet, das Katinger Watt und der Katinger Wald, das sich sehr gut zum Durchwandern eignet. Hunde müssen hier natürlich an der Leine bleiben. Wer hätte gedacht, dass es hier so abwechslungsreiche Wege durch Wald gibt?

Zu entdecken gibt es neben der Natur viele kleinere Orte, aber auch Städte. Ausgesucht habe ich mir Friedrichstadt. Friedrichstadt ist ein Stadtdenkmal. Der Ort ist eine herzogliche Gründung aus dem 17. Jahrhundert an der Mündung der Treene in die Eider. Der Wunsch war, hier eine Handelsmetropole zu errichten, wozu Herzog Friedrich III. niederländische Bürger ins Land holte. Besonders verfolgte Remonstranten, denen hier Religionsfreiheit gewährt wurde, kamen. Gebaut wurde in sogenannter Backsteinrenaissance und die Grachten lassen die Stadt wie ein „Klein-Amsterdam“ wirken.

Elend und Sorge

Keine Angst – es ist nichts passiert. So heißen zwei Harzer Orte, die heute auf meiner Runde lagen. Wie ich gelernt habe, kommt „Elend“ von „alia landa“, gemeint ist ein außer Landes einsam gelegener Ort. Der Ortsname Sorge kann laut Wikipedia vom mittelhochdeutschen Zarge (Grenze) abgeleitet werden, was ja auch passen würde. Die Tour und einige Bilder auf Komoot:

https://www.komoot.de/tour/t192414411?ref=atd

Totholz

Den ersten Blick auf die toten Fichtenwälder hatte ich vom Wurmberg aus. Riesige grau-braune Flächen ziehen sich zum Beispiel an den Hängen des Brocken hoch. Dann, bei einer Fahrt entlang der B4 wurde mir das Ausmaß noch deutlicher. Wie eine Armee aus riesigen Holzspießen säumen die abgestorbenen Fichten die Straße, teilweise durchgeknickt wie Zahnstocher oder gefällt und liegen gelassen. Der Wald des Harzer Nationalparks ist im wahrsten Sinne des Wortes in einer Umbruchssituation.

Was war passiert? Der ursprüngliche Wald des Harzes wurde z.B. für den Bergbau komplett abgeholzt und in Monokultur wieder aufgeforstet. Nach Stürmen, Trockenheit und Klimawandel geht es hier vor allem dem Buchdrucker, einem Fichten-Borkenkäfer, prächtig. Alte, kranke und schwache Bäume bekamen von ihm den Todesstoß versetzt und der Käfer konnte sich großflächig verbreiten.

Der Nationalpark nutzt diese Situation, um einen neuen „Urwald“ wachsen zu lassen. Totholz ist eine wichtige Nahrungsquelle und Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb greift man nicht ein. Nur in der Nähe von Straßen oder um Wanderer zu schützen, werden Bäume gefällt. Auf und mit Hilfe des Totholzes soll eine neue Baumgeneration heranwachsen. Das kann man auch schon beobachten.

In vielen Bereichen ist die Umwandlung sogar schon weiter fortgeschritten.

Auf den Brocken

Ab heute ist es Nicht-Sachsen-Anhaltern wieder gestattet, auf den Brocken zu wandern. Also nichts wie los, besser heute als morgen. Als Aufstiegsmöglichkeit wählte ich die Route von Schierke aus verschiedenen Gründen: Es ist die kürzeste. Sie soll am schönsten sein, da naturnaher Wanderweg. Alle wandern heute von der B4 (Torfhaus). Alle Gründe haben fast zugetroffen.

Die Route über den naturnahen Weg führt teilweise über Wurzelwerk, Steine und Felsen in verschiedensten Größen in mäßiger Steigung hinauf zur Brockenstraße. Naturnah heißt auch, dass es zunächst durch toten Wald geht (später mehr). Beim Endspurt auf der Brockenstraße trifft man dann auf alle.

Auf dem Gipfel herrscht heute perfekte Fernsicht. Kaum ein Wölkchen trübt den strahlend blauen Himmel, natürlich ist es windig. Jetzt zur Mittagszeit hält es sich in puncto Menschenmassen in Grenzen; beim Abstieg kommen mir jedoch noch sehr viele Besucher entgegen.

Als Abstiegsroute wähle ich die längere, aber bequemere Strecke nach Schierke. Sie führt sehr moderat durch den Wald hinunter, wird auf Dauer jedoch ein wenig eintönig und der Splitt-/Schotterbelag ist wahrscheinlich nicht so optimal für die Hundepfoten, aber Marley gibt sich mit einer gelegentlichen Kühlung der Beine in einem Bach zufrieden.