Im Harz

Mein Ausgangspunkt ist Braunlage. Die kleine Ferienwohnung ist hübsch und gemütlich, optimal ruhig und nah am Wald gelegen. Beim Wandern treffen wir nur wenige Leute, da ist „social distancing“ keine Kunst. Momentan darf man noch nicht aus touristischen Gründen nach Sachsen-Anhalt einreisen, das betrifft auch grenzüberschreitende Wanderer, Hinweise im Wald warnen. Das bedeutet für uns: Die Wanderung auf den Brocken ist ab dem 28. Mai möglich. Vorher: Trainingslager.

Wanderwege gibt es in Hülle und Fülle. Überall stößt man derzeit auf Forstarbeiten; der Wald des Nationalparks befindet sich in einer kritischen Umbruchs-/Umbausituation. Dazu eventuell zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Da Capo mit Corona

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Dieses Zitat wird John Lennon zugeschrieben. Imagine … was würde er wohl zu den heutigen weltweiten Herausforderungen sagen?

Pläne sind eben dazu da, geändert zu werden und so musste ich den Plan, mit Marley und dem moggimobil noch einmal auf die Insel der Linksfahrer zu reisen, ad acta legen. Zum Glück ist das Reisen innerhalb Deutschlands wieder möglich und so wurde unser Reisegefährt mit neuem TÜV ausgestattet, gepackt und los ging’s. Die unbeschwerte Aufgeregtheit der ersten großen Reise im Spätsommer/Herbst war jedoch bei Abreise nicht vorhanden. Der Mund-Nase-Schutz, der auf der Ablage im Auto liegt, die am Boden stehenden Kraniche am Frankfurter Flughafen, die beständigen Corona-News lassen das fluffige Reisefeeling (noch) in den Hintergrund treten.

Es geht in den Norden der Republik. Niedrige Infektionszahlen sind ein Argument, aber es gibt auch hier etliche Orte, die ich schon immer mal besuchen wollte. Erste Station ist der Harz.

Hiwweltour Aulheimer Tal – Rheinhessenromantik

Heute führte uns der Weg endlich einmal weg vom Rhein Richtung Rheinhessische Schweiz zu einer weiteren Hiwweltour. Die Tour Aulheimer Tal startet in Flonheim und entzückt durch wunderbar abwechslungsreiche Wege, Landschaften und Aussichten.

Ein wahrer Höhepunkt der Tour auf dem Adelberg ist der Flonheimer Trullo (Plural Trulli). Es gibt insgesamt drei in der Region um Flonheim. Diese ca. 300 Jahre alten Weinbergshäuschen bzw. Schutzhütten erinnern an apulische Rundhäuser, daher der Name.

Trullo, erbaut in Kragbauweise

Was wir bisher noch nie gesehen hatten: Ein Weingut bietet Wein gegen Spende aus einem Erdkühlschrank an:

Insgesamt sehr schöne 14 km.

Gestrandet im Haus(halt)

„Unterwegs mit Hund“ erstreckt sich zur Zeit auf die Wege zwischen Rhein und Reben. Mittlerweile fand wieder unter gut organisierten Bedingungen das erste SHS-Training statt (Spürhundesport) und eine Fahrt zur Gärtnerei (Highlight!). Die Landesmutter ermutigt zu Ausflügen innerhalb des Bundeslandes und Ende des Monats sind nach derzeitigem Stand touristische Reisen in andere Bundesländer möglich. Also: Statt Wales nun der wilde Osten.

Kleiner Trost: Walisischen Käse essen statt Snowdonia erkunden

Der Nachrichtenblick nach Großbritannien lässt einen fassungslos zurück und ich denke an meine Begegnungen auf der Reise. Die Gespräche über den Brexit scheinen nun fast bedeutungslos…

Mit den Gedanken oft beim neuen, herausfordernden Alltag der Kolleginnen und Kollegen. In der Zwischenzeit…

Marley beim Suchen nach dem Feuerzeug im „Trümmerfeld“ – nichts vergessen in den letzten Monaten ! 🙂

Nächster Schritt: Das moggimobil über den TÜV bringen.

Nachtrag – Straßenhunde

Zwei Wochen sind seit meiner Rückkehr aus Südamerika schon wieder vergangen und die Welt ist eine andere geworden. Ergänzen möchte ich nur noch einige Bilder, die ich von Straßenhunden aufgenommen habe. Für uns und unsere Luxus-Hunde unvorstellbar, fristen sehr viele Hunde in Südamerika ein Leben auf der Straße, sind oft krank und vermehren sich unkontrolliert. Manche Leute stellen Futter vor die Tür oder die Hunde suchen sich ihr Fressen im Müll zusammen.

Rio de Janeiro

Der Name der Stadt löst unweigerlich Bilder im Kopf wie eine Diashow aus: Copacabana-Strand, die Christusstatue, der Zuckerhut, Caipirinha und nicht zuletzt die WM 2014. Alles Hochglanzbilder. Dass nicht alles Hochglanz sein kann, ist klar.

Selfie Point

Der Corcovado gleicht einem Ameisenhaufen, der Kampf um die besten Selfie-Positionen ist voll entbrannt. Cristo Redentor verbreitet seinen Segen unbeeindruckt von Gewimmel und ihn umkreisenden Hubschraubern. In der kleinen Kapelle zu seinen Füßen schlängeln sich 2 Frauen um die Marienstatue auf dem Altar für ein Selfie mit der Gottesmutter, bis sie hinausgebeten werden.

Unten in der Stadt flieht mein Hirn ab und zu in die innere Emigration auf einen einsamen schottischen Berg… Millionenstädte sind nicht mein Ding stelle ich mal wieder fest.

Bunt wie Brasilien ist die Treppe, die der chilenische Künstler Jorge Selaron mit Fliesen aus aller Welt gestaltet hat.

An der Escaderia de Selaron

Schöne Ausblicke gibt es vom Zuckerhut, der über zwei Gondeln erreichbar ist. Rio eher aus der Ferne gefällt mir besser, die Kulisse ist einfach spektakulär.

Nervenkitzel für Kletterer am Zuckerhut

Unser Hotel liegt an der Copacabana, aus dem Fenster blicke ich über Strand und Atlantik hinüber zum Zuckerhut – ein Hochglanzbild.

An der Copa, Copacabana…

Iguazu – Wasserfälle

Adios, Patagonia hieß es bereits vorgestern. Ein kleiner Teil der Reisegruppe verabschiedete sich in Buenos Aires; für uns war das nächste Ziel die Iguazu-Wasserfälle im Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay.

Unser lokaler, deutschsprachiger Reiseführer ist Nelson, dessen Urgroßvater vom Hunsrück nach Brasilien auswanderte. Er spricht ein skurriles Deutsch aus Dialekt, freien Übersetzungen aus dem Englischen und Eingaben aus dem Spanischen und Portugiesischen. Grundsätzlich hat er die Lautstärke eines Stadionsprechers, was uns am Ende des Tages kraftlos zum Caipirinha sinken lässt… Obwohl nicht mehr so ganz jung, gibt er sich als temperamentvoller Brasilianer, der auch mit seiner politischen Meinung nicht hinterm Berg hält. Kurzum: Eine Begegnung, die man so schnell nicht vergisst. Er führt uns zunächst auf die brasilianische Seite der Fälle, dann auf die argentinische. Die Wasserfälle führen wegen monatelanger Trockenheit deutlich weniger Wasser, das schmälert nicht allerdings nicht ihre beeindruckende Wirkung und Magie. Es folgen einige magere Handyfotos, die der Realität nicht gerecht werden können.

Teufelsschlund

Es gibt im Nationalpark ca. 50 Jaguare, von denen wir natürlich keinen zu Gesicht bekommen haben. Dafür einige andere Tiere, zum Beispiel Nasenbären, die total süß aussehen, aber recht aufdringlich werden können, da sie auch bei den Menschen nach Futter suchen.

Für den Fall der Fälle…
Niedliche Nasenbären
In dieser Region wird der Mate-Tee produziert, entsprechend groß ist das Angebot in den Geschäften.
In Vordergrund Argentinien, rechts Brasilien, links Paraguay. Iguazu und Parana bilden die Grenzen.

El Calafate und Perito Moreno

Unsere nächste Station ist El Calafate am Lago Argentino. Obwohl Luftlinie teilweise nur ca. 50 km von Chile entfernt, führt uns die berühmte Ruta 40 in weitem Bogen in einer mehrstündigen Busfahrt hierher. Unterwegs: karges Hügelland, fast ohne Besiedlung. El Calafate ist eine junge Stadt, die als Tor zum Nationalpark Los Glaciares dient. Hauptsehenswürdigkeit ist der Gletscher Perito Moreno. Seine Gletscherzunge endet im Lago Argentino und sperrt immer wieder mal den südlichen Teil des Sees ab. Der irgendwann folgende Durchbruch des aufgestauten Wassers muss spektakulär sein. Uns beeindrucken schon die Knall- und Explosionsgeräusche, die der gewaltige Gletscher von sich gibt, wenn kleine Eisberge ins Wasser plumpsen oder sich Spalten vergrößern.

Perito Moreno